Dhofar Oman Februar/März 2019

Dhofar Oman Februar/März 2019

Reisezeit 23.02.-10.03.2019

Tag 1 – Anreise

Von Frankfurt ging es pünktlich um 10:05 Uhr Richtung Muscat und dann weiter nach Salalah. Die Einreise mit dem neuen eVisum war problemlos und so nahmen wir unseren Toyota Foturner entgegen. Im gebuchten Hotel erfuhren wir dann mal wieder, dass unser Zimmer nicht frei war. Wir wurden umgebucht in das Hotel, in dem wir im Vorjahr waren. Das Zimmer war vertraut, nur der schimmelig-muffige Geruch vollkommen inakzeptabel. Wir kapitulierten für den Moment, da es schon 1:30 Uhr in der Nacht war.

Tag 2

Nach dem Frühstück ließ uns der Hotelmanager unhöflich lange warten. Am Ende, wurde uns zugesagt, dass wir abends ins gebuchte Hotel konnten. Es war schon mittags, als wir aufbrachen, um uns in Salalah umzusehen. An der Sahnawt Farm fanden wir eine Blauracke, einen Isabellwürger und einen Isabellsteinschmätzer neben diversen anderen Arten. Weiter ging es zum Aldharaz Park, der samt Gelbschnabelmilan offenbar aufgegeben wurde. Viele der hohen Bäume sind weg und die Vegetation braun. Am East Kwar liefen Temminck, Stelzenläufer, Uferschnepfen, Seeregenpfeifer, Grün- und Rotschenkel, Teichwasserläufer und vieles mehr rum. Zwei Raubseeschwalben machten Siesta. Also auf zum Salalah Nature Reserve, wo ein Haubenzwergfischer und ein Trupp Zwergpfeifgänse gemeldet waren. Letztere fanden wir im Gegenlicht an einer lauten Straße stehend. Danach suchten wir den Stadtpark von Salalah auf, wo uns ein Schopfwespenbussard begrüßte. Wegen dem waren wir aber nicht dort. Der Graukopfliest ließ sich auch blicken, und eine spanische Birdergruppe erzählte, dass sie zeitgleich einen weiteren gesehen hatten. Ein Liest war sehr kooperativ, aber in totalem Mittagslicht. Den Abschluss der Tour machten wir in Ain Tobruk und an der Pumpstation. Im Ain waren einige Geckos unterwegs und viele Feuerlibellen. Die Pumpstation war eher enttäuschend.

Im Hotel erwartete man uns schon und wir bekamen endlich das gebuchte Zimmer und konnten zum Abendessen gehen. Das Ausweichhotel als Upgrade zu bezeichnen, war schon ziemlich vermessen! Nun sind wir richtig angekommen!

Tag 3

Früher Morgen, aber der frühe Vogel soll ja bekanntlich den Wurm fangen! In Ayn Hamran fanden wir dann eine große Echse und mein erstes Chamäleon mit niederländischer Unterstützung. Ansonsten sind weit weniger Nektarvögel unterwegs als letztes Jahr, dafür gibt es mehr Somali Brillenvögel. Insgesamt haben wir auch schon deutlich mehr Wiederhopfe gesehen. Ein Tschagra vermied es konsequent auf meinen Chip gebannt zu werden, aber so kennen wir den Kollegen ja schon.

Nach dem Frühstück haben wir uns ausgiebig um die Müllentsorgung und Wasseraufbereitung gekümmert! An der Mülldeponie waren sehr viele Adler, wie zu erwarten war. Weiter dahinter floss das Wasser aus der Aufbereitung ab und erfreute zahlreich Limikolen. Stelzenläufer, Zwergstrandläufer, Flussregenpfeifer und Temminck waren die überwiegenden Arten. Hinter dem Zaun auf dem Gelände der Kläranlage brütete ein Pärchen Spornkiebitze. Zwei Agamenarten erregten unsere Aufmerksamkeit, die allerdings noch nicht bestimmt wurden. An der Raysutlagune waren alle erdenklichen Reiherarten, Möwen, darunter eine Baltische Heringsmöwe sowie Fischmöwen, Seeschwalben und einige Limikolen. Den Abend verbrachten wir wieder bei den Adlern, wo ich 60 GB freihändig mit Steppen- und Kaiseradlern durchballerte. Ich freue mich schon aufs Aussortieren. Vermutlich ist der überwiegende Teil verflimmert, denn warm war es den ganzen Tag reichlich. Aber wenn man schon auf der Seite von Salalah ist, kann man auf dem Rückweg fix nochmal einen Fleckenuhu im Ain Sahlnoot abtwitchten. Erhaben saß er auf einem abgestorbenen Baum am Felsgrad. Ein schöner Tagesabschluss!

Tag 4

Neuer Tag, neues Glück in Ayn Hamran. Der Wind hatte gedreht und kam jetzt vom Land. Staubteufel zogen über den trockenen Ayn, so dass wir uns zügig in den Ayn Atoom verzogen. Schwarzkopfsteinhühner und ein Kamel verkrümelten sich bei unserer Ankunft dezent. Ein Pärchen Graubrust-Paradiesschnäpper fing wenig scheu das Frühstück. Ein Vogel mit deutlichem weißen Überaugenstreif verschwand zu schnell im Gebüsch. Zu klein für einen Tschagra, das Gebüsch eigentlich zu trocken für ein Blaukehlchen und ein Weißkehlsänger zu verwegen. Es bleibt ein Rätsel, denn er ließ sich auch nicht nochmal locken.

Nach dem Frühstück betrachteten wir die weitestgehend aufgegebene Jarziz Farm. Am Eingang im Baum und leider nur in diesem, saßen die Rosenstare. Da Vogelkieker dort keinen Einlass bekommen, ist das etwas suboptimal. Die Felder rund herum sind ausgetrocknete Steppe und lohnen sich nicht mehr.

Am West Kwar tummelten sich v. a. Kuhreiher und ein paar Koromandelenten. Eine Rohrweihe scheuchte regelmäßig alles auf und ein junger Wüsten- oder Wanderfalke versuchte sich bei der Jagd bei inzwischen 36 Grad im Schatten…wo ist hier Schatten?

In die Kläranlage durften wir wie letztes Jahr reinfahren. Stelzenläufer, Rotlappen- und Spornkiebitze sowie einige Limikolen und eine Maskenschafstelze sahen wir, aber leider keinen Abdimstorch.

Im Ayn Salnoot versuchten wir einen möglicherweise bettflüchtigen Fleckenuhu bei Tageslicht zu erwischen. Drei Autos fuhren bis zum Pool am Ende des Ayns und es wurde ausgelassen gebadet. Wir saßen es aus! Gegen 18 Uhr fuhr ein Auto nach dem anderen langsam raus. Alle grüßten die auf der Bank sitzenden Europäer freundlich. Ein Geländewagen war schon an uns vorbei, als er plötzlich hielt. Man hörte etwas Lamentieren und dann flitzte ein kleiner junge barfüßig mit großen Augen auf uns zu und reichte uns zwei Wasserflaschen und zwei der köstlichen kleinen Bananen. Wir bedankten und ganz gerührt bei ihm, wohl wissend, dass er und nicht verstand. Sein Opa (nehmen wir an) hob lächelnd die Hand aus dem Fahrerfenster und wir blieben beeindruckt von dieser unglaublichen Gastfreundschaft der Omanis zurück.

Der Uhu kam wenig später raus und ein weiterer kam hinzu. Das hatte sich gelohnt!

Den Abend schlossen wir bei einem exzellenten Seafood Menü ab!

Tag 5

Ayn Hamran zum Morgen brachte keinerlei Überraschungen. Der Bus, der jeden Tag den Herrn ausspuckt, der den Ayn aufräumen muss, kam wie gewohnt und die Vögel erwachten langsam, um dann fotograftenunfreundlich in dem Baumkronen rumzuhüpfen. Eine große Gruppe Schwarzkopfsteinhühner kam den Hang hinunter, flitzten selbigen aber wieder hoch, nachdem ich sie entdeckt hatte. Bleiben Fischadler und Sandfuchs auf dem Hinweg zu erwähnen.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Mughasyl. Die Fahrt aus Salalah heraus muss wegen der letztes Jahr weggespülten Straßen über einen Umweg erfolgen. Hinter Mughasyl hat sich der Wadi den Weg durch die Straße gebahnt. Auch hier muss man die Stelle umfahren. Im Wadi Mughasyl sind die Schilfsäume um die Wasserstellen vom Wasser offenbar weggerissen worden. Wir mussten tief in den Wadi reinfahren, um die Stelle für den nächtlichen Fahlkauztwitch zu scouten. Mehrere farbenprächtige Sinai-Agamen saßen auf Felsen neben der Straße. Danach ging es über eine sehr gut ausgebaute Straße sehr steil auf 900 m Höhe. Kamele waren auch hier noch zugegen. An einem Sink Hole in Shaat fanden wir einen Östlichen Hausrotschwanz und hörten eine Arabien-Zwergohreule. Mein erster Klippschliefer sonnte sich tief unten in der Doline auf einem Felsen. 

Ein kurzes Stück weiter schauten wir eine etwa 1000 m steil ins mehr abfallenden Klippe hinab. Der Blick aufs Meer war durch den Dunst wie ein Blick zum Ende der Welt. Ein Langschnabelpieper hüpfte am Rand herum.

Über die holperige Piste fuhren wir zu unserem letzten Ziel. Ein Ziegenhirte passierte den Track, rechts und links ein Ziegenkind unterm Arm grüßte er freundlich. Die Nacht im Wadi kam langsam, so dass noch etwas Zeit zum opportunistischen Geknipse blieb. Eine Raubfliege, eine Libelle, eine riesige Heuschrecke und ein Gecko waren so freundlich auszuharren. Als es dunkel war und die Sterne leuchteten, rief dann der Fahlkauz aus der gegenüberliegenden Felswand. Wenig später rauschte ein Geländewagen an und fünf europäische Birder stiegen mit dem selben Ziel aus. Wir fuhren zufrieden zurück und bekamen im Hotel sogar noch etwas zum Abendessen.

Tag 6

Heute starteten wir mal im Ayn Keesh. Allerdings war das ziemlich ergebnislos. Ein Einheimischer ohne jegliche Englischkenntnisse wollte mein Fernglas gegen sein Steiner mit arabischer Aufschrift tauschen. Als ich nicht einverstanden war, wollte er mir Geld geben. Auch das wollte ich nicht und wenn er den Preis erfahren hätte, hätte er es sicher auch nicht mehr gewollt. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Taqah an die Strandlagune, konnten dort aber auch nichts wirklich Neues entdecken.

Zeit, sich mal mit neuem Wasser und kleinen Unterwegssnacks einzudecken. Auf dem Parkplatz des Supermarktes stand ein offener LKW, an dem Fleischstücke aufgehängt waren. Davor saß jemand, der die großen Stücke am Boden in kleine Stücke hackte. Ich glaube, unser europäisches Immunsystem kann damit nicht umgehen!

Hinter Taqah hat die Wasserflut auch eine Brücke weggerissen. Aus YouTube bekannt sind die spektakulären Wassermengen, die als Wasserfall aus dem Wadi Darbat runterkamen. Heute fließt dort immer noch Wasser hinab, wenn auch weniger spektakulär.

Also weiter nach Tawi Attir zum Sink Hole. Angesichts der vielen Geländewagen, die auf einen Hotelausflug hinwiesen, fuhren wir dann aber doch daran vorbei hoch zum Jebal Samhan, der Heimat des Kaffernadlers. Am View Point zogen die Wolken hoch, so dass die Sicht mehr als eingeschränkt war. Eine willkommene Abkühlung! Also zurück zur Radarstation, von wo aus man den ganzen Hang entlang sehen kann. Plötzlich tauchten zwei Kaffernadler etwas unterhalb von uns aus dem Nichts auf und verschwanden im Affenzahn genauso schnell im Nichts. Etwas überrumpelt schauten wir uns an. Ein Formationsflug der beiden Tiere, der uns gerade Zeit ließ, kurz aufzuspringen! Nach einiger Zeit fuhren wir zurück zum Sink Hole, um vom Habichtsadler begrüßt zu werden. Auch die Jemengirlitze konnten wir finden. Zurück ging es an vielen Rindern und Kamelen ins Hotel.

Jabel Samhan

Tag 7

Start war wie meistens im Ayn Hamran, dafür haben wir ja das Hotel mit dieser Lage gewählt. Am Wasserlauf flog eine Bekassine ohne Knurren davon und ein auffällig weißer Hinterrand am Flügel war auch mit bloßem Auge nicht zu entdecken. Sie war leider nicht mehr aufzutreiben, zudem waren auch einige normale Bekassinen anwesend. Das war ja sicherlich nicht unser letzter Besuch des Ayns. Eigentlich wollte ich aber auf die Steinhühner ansitzen. Die kamen auch den Hang hinab, aber unglücklicherweise an einer anderen Stelle.

Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Wüste. Am Checkpoint vor Thumrayt winkte man uns durch. Leider fing es immer mehr an zu wehen, so dass es schwierig wurde, Singvögel zu finden. Die Temperatur stiegt stetig, deshalb ist das wohl auch die Wüste. Bei 43 Grad lief die Klimaanlage dauerhaft! Immerhin trieben wir den gemeldeten Nonnensteinschmätzer an der Al Baleed Farm auf. Mit offenem Schnabel stand er im winzigen Schatten eines Rohrs. Überhaupt fanden wir bei dieser Tour die bisher ersten Wüstensteinschmätzer! Dhofar wimmelt von Isabellsteinschmätzern. Im Umland von Salalah haben wir bisher keinen einzigen Wüstensteinschmätzer gesichtet. Der Rückweg erfolgte gegen den Wind und saugte den vorher gefüllten Tank leer. Leere Plastikflaschen und Dosen wurden über die Straße geweht. Am Checkpoint trug man warme Jacken bei dortigen 21 Grad.

Zurück in Salalah versuchten wir im aller letzten Licht nochmal unser Glück am Zaun der Farm. Eine Buschlerche sang von selbigem herunter. Als wir zusammen packten kam ein Geländewagen. Es stiegen ein Herr und drei junge Damen aus. Wir schlossen, dass zumindest eine seine Tochter, die anderen beiden ihre Geschwister, anderweitig Verwandte oder Freundinnen waren. Sie reichten mir die Hand zur Begrüßung und waren neugierig, was wir so trieben. Ihr Vater hatte in England studiert und sie war offenbar sehr interessiert an uns Europäern. Es wurde noch ein Foto mit ihr und uns gemacht. Sie sammelte Schoten von Bäumen, die offenbar für Kosmetik war. Ich interpretiere es mal als Aloe-Analoge. Man lud uns noch nach Hause ein, aber wir lehnten das schon alleine wegen unserer Patina aus Schweiß und Wüstensand überschwänglich dankend ab. Wir hoffen, dass er die europäische Zurückhaltung nicht als beleidigend aufgefasst hat. Wieder so eine nette Begegnung einer sehr gastfreundlichen Bevölkerung!

Tag 8

Heute besuchten wir vor dem Frühstück die Kaptriele im Archäöogischen Park Al Baleed. Das hat ein wenig etwas von Zoofotografie, weil sie immer unter den gleichen niedrigen Bäumen stehen. Zahlreiche Seeschwalben flogen auf der Suche nach Nahrung am Wasser entlang. Auf der anderen, unerreichbaren Uferseite standen einige Pazifische Goldregenpfeifer. Auf dem Rückweg zum Hotel begegneten wir einem 10er Trupp Braunbauch-Flughühnern und unserem ersten Wüstensteinschmätzer in Salalah.

Nach dem Frühstück versuchten wir bei sengender Hitze nochmal den Malachit Kingfisher aufzutun. Wir scheuchten lediglich zwei Kaptriele hoch. Also auf in die Crushers Zone uns einstauben lassen! An der Temminck-Road hinter der Kläranlage war alles wie bisher. In den Raysut-Lagunen standen viele Störche rum und auch sonst gab es keinerlei Auffälligkeiten. Der Abend klang bei den Adlern an der Mülldeponie aus. Allerdings wird dort am Wochenende offenbar kein Hausmüll abgeladen und die Adler wussten das. Dennoch flogen einige Steppenadler, wenige Kaiseradler, ein Schwarzohrmilan, viele Weißstörche und ein Trupp Kuhreiher umher. Weil Wolken aufzogen, war das Licht für Flugaufnahmen zeitig nicht mehr ausreichend. Ein ruhiger Tag Tag, auch mal ganz schön!

Tag 9

Wir hatten noch eine Rechnung mit der Spießbekassine offen, also fuhren wir morgens wieder nach Ayn Hamran. Entlang des Wasserlaufs fanden wir zunächst nichts, aber in einem Baum saß eine Blauracke. Leider war die Sicht den ganzen Tag äußerst trüb und man konnte nicht einmal die aufgehende Sonne erahnen. Stromabwärts scheuchten wir dann Bekassinen auf. Zwei waren verdächtig und von einer gelang ein eiliger, unterbelichteter Belegschuss, der zur Bestimmung ausreichte: Spießbekassine! Ein Gartenrotschwanz, der schon Freitagmorgen anwesend war, rastete immer noch im Ayn. Leider war das beliebte Ausflugsziel ziemlich vom Wochenende gezeichnet. Überall lagen Unmengen Müll rum! Personal, dass den Ayn aufräumt war immerhin schon zugegen.

Nach dem Frühstück versuchten wir, einen gemeldeten Rennvogel und einen Steppenkiebitz zu finden. Ersterer gelang, zweiteren ließen wir wegen unseres straffen Programms liegen. Es standen noch Kwar Rawri und Mirbat auf dem Plan, sowie Tawi Attir und der Jebel Samhan mit den Kaffernadlern. Dort war es allerdings überall genauso staubig-trüb, wie an der Küste. Die Adler flogen auf der falschen Seite gegen das Licht und der Habichtsadler am Sink Hole war nicht sonderlich aktiv. Also fuhren wir zum Ayn Athoom, um Eulen zu suchen. Mit Eintreffen der Dunkelheit rauschten wir an der Pumpstation ein und konnten ein Wellenflughuhn beim Trinken beobachten. Genau pünktlich nenne ich das! Weiter zum Ayn: Von rundherum riefen Zwergohreulen. Ständig hatten wir das Gefühl, dass in unmittelbarer Nähe etwas durch die Dunkelheit an uns vorbeiflog. Wir leuchteten mit unseren Taschenlampen und fanden, für unsere deutschen Verhältnisse, riesige Fledermäuse! Sie flogen alle in die Höhle, aus der das Wasser des Ayns kam. Leider konnte man sie dort nicht sehen. Uhu und Steinkauz blieben still.

Tag 10

Heute fingen wir unser ornithologisches Schaffen mal wieder im Al Baleed Archäologischen Park ab. Seeschwalben im Flug standen auf dem Plan. Fotografisch ein eher schwieriges Unterfangen, da die Raubseeschwalbe bei Ankunft einen dicken Fisch fing und satt wegflog. Also blieben die kleineren Seeschwalben (Weißbart-/Weißflügel), die sich aber meist in zu großer Entfernung relativ zu ihren Winzigkeit aufhielten. Die Paddyreiher kamen grundsätzlich aus der falschen Richtung und als zwei Rohrweihen jagten, fing die Luft bereits an zu flimmern.

Al Baleed Archäologischer Park

Nach dem Frühstück inspizierten wir mal den Wadi Darbat, da wir dort abends Eulen suchen wollten. Wir waren völlig überrascht von dem ganz anderen Bild, das sich uns im Vergleich zum Vorjahr bot. Das Wasser lief kaskadenartig in einen türkisfarbenen Pool und bot einen geradezu malerischen Anblick!

Wadi Darbat

Weiter hinten im Wadi waren die meisten Zäune allerdings verbogen oder rausgerissen. Auch ein paar Bäume waren von den Wasser- und Geröllmaßen umgerissen worden. Unter den Bäumen tummelten sich viele Gilbweber, Graubrust-Paradiesschnäpper, Bergammern und sogar ein Zilpzalp. Wir trafen zwei nette mittelfränkische Birder mit Verbindung in die Heimat. Sie gaben uns einen Tipp mit Hausseglern über der Sanwatfarm. Der Weg führte uns erstmal weiter zum Kaffernadler. Etwa eine Stunde harrten wir im Wind aus, da flogen sie als Raben getarnt über uns hinweg. Die sind echt schwierig! Der Habichtsadler am Sink Hole war da deutlich kooperativer. Nach diesem Erfolg fuhren wir im Dunkeln zurück in den Wadi Darbat. Die Zwergohreulen riefen schon, wahrscheinlich auch ein Steinkauz. Die Mittelfranken trafen wir in der Dunkelheit auch wieder. Und während wir die Info zum Fleckenuhu weitergeben, ruft über uns einer! Erfolgreicher Tagesabschluss!

Tag 11

Wir wollten uns die Sache mit den Hausseglern über der Farm nochmal genauer ansehen und fuhren deshalb wieder zum Al Baleed Park, um die Seeschwalben zu fotografieren. Viel los war dort nicht, aber es bot sich an, mit den Autofokus-Einstellungen zu experimentieren. Ein Fischadler flog in zu weiter Entfernung Richtung Meer. Also auf zu der Farm, wo wir dann tatsächlich mit Sokotraseglern und Hausseglern erfolgreich waren. Auf dem Weg zum Hotel stand dann noch eine Familie Rennvögel neben der Straße. Ja, die Lütten können auch schon ganz schön flitzen! Eine Wiesenweihe kreuzte noch unseren Weg zum Frühstück.

Danach fuhren wir in die Wüste! Dort war die Temperatur wie an der Küste, also einigermaßen erträglich. In einem Wadi auf der Strecke fanden wir Steinlerchen und eine kleine, helle, schlanke Eidechse, die sich leider viel zu schnell der Kamera entzog. Eine Bewegung in einer Felswand weckte meine Aufmerksamkeit. Eine Dornschwanzagame verzog sich gerade vor unserem Auto. Ein Belegfoto aus dem Auto gelang gerade noch. Auf dem Weg nach Mudayy passierten wir wieder zwei Stellen, an denen die Brücken im Wadi weggerissen worden waren. An der Kamelfarm vor dem Wüstenort holten wir uns noch die Lachtaube ab. Der Erznektarvogel begrüßte uns schon an der Straße bei der Oase. Einen Seidenwürger fanden wir nicht mehr. Wir beschlossen, eine Piste aus Mudayy raus Richtung Küste zu nehmen, um dann über Mughasyl zurück nach Salalah zu fahren. Wenige Kilometer nach Mudday fanden wir einen männlichen Kappensteinschmätzer auf einer Stromleitung. Auch er war viel zu schnell weg, aber es gelangen wenigstens noch Belegfotos.

Uromastyx aegyptia

Die Strecke glänzte durch Artenarmut, aber die Aussicht war wirklich beeindruckend! Wir passierten mehrere Dörfer und militärische Gebäude. Einmal fuhren wir an einer Wasserstelle vorbei. Die karge Landschaft gibt aber vermutlich zu wenig für reiches Vogelleben her. Wir konnten uns dort überall gut Fahlkäuze vorstellen. Nach etlichen Kilometern über Waschbrettpiste waren wir dann froh, kurz vor Shaad wieder auf eine asphaltierte Straße zu kommen. Nach tollen Eindrücken waren wir spät zurück im Hotel.

Zwische Mudayy und Mughasyl

Tag 12

Ein letzter Morgen in Ayn Hamran, denn bis auf eine gähnende Echse ließ sich auch diesmal wieder nichts vor die Linse bitten. Wir werden die verbleibenden Morgen woanders verbringen. Nach dem Frühstück fuhren wir die Kwars zwischen Hotel und Salalah ab. Es herrschte reiches Vogelleben von Fischadler bis Smaragdspint im Übergangskleid. Viele Sinai-Agamen lagen auf den Felsen rum und ein Schopfwespenbussard kreiste für einen Moment über uns. Ein kurzer Abstecher zum Eastkwar brachte Eil-, Raub- und Weißflügelseeschwalben nebst Mittelreiher und diversen Limikolen. Im Hafen flogen ca. 10 der hübschen Tropikvögel. Diese scharf und korrekt belichtet zu erwischen, ist eine ziemliche Herausforderung! Der Abend klang an der Mülldeponie aus. Der Wind trieb den Geruch zum Glück in die andere Richtung. Sehr viele Weißstörche, einige Kuhreiher, überwiegend immature Steppenadler und wenige Kaiseradler bereiteten sattes Fotovergnügen. Die Adler wurden von Glanzkrähen gemobbt und ein Schwarzohrmilan kam zum Abschluss auch noch vorbei. Etwas eingestaubt von der Crushers Zone kurvten wir nochmal beim hotelbahen Kwar vorbei, um etwas halbherzig nach Pharaonenziegenmelker zu suchen.

Raysut Waste Disposal

Tag 13

Da die Goldflügelgimpel noch nicht auf der Tourliste waren, gingen wir den Tag an der Pumpstation an. Die Vögel kamen auch zum Trinken, es waren aber wenige und sehr wachsame Exemplare. Zeit, sich den verschiedenen Federkleidern der Bergammern zu widmen. Zum Abschluss wurde mir auch noch meine erste Seidenspinne gezeigt…die war noch klein!

Arabische Wildkatze/Gordon‘s cat

Nach dem Frühstück besuchten wir den Ayn Razat. Die hübschen Beete wurden gerade gewässert, Einlass wird einem jedoch nur an Frei- und Samstagen gewährt. Im Bereich dahinter fanden wir aber Schwarzschwanz, eine noch zu bestimmende Maus, zahlreiche Echsen auf Bäumen und eine Arabische Wildkatze, die sich leider verdünnisierte. Als zweiter Ayn stand der Jarziz-Ayn auf dem Plan. Dieser wurde durch das Unwetter aber weitestgehend seiner idyllischen Stimmung beraubt, so dass wir über die Kläranlage zu den Tropikvögeln fuhren. Den Abend verbrachten wir fotografisch ergebnislos an den Raysut-Lagunen.

Tag 14

Nach dem Frühstück besuchten wir den zum Hotel in der Nähe gelegene Kwar auf der Ostseite. Eine Eidechse verschwand unter einem grünen Büschel und wollte nicht mehr rauskommen. Am Kwar waren einige Limikolen, Möwen und Seeschwalben, wovon eine noch analysiert werden muss.

Schatten suchend flüchteten wir dann in den hinteren Teil des Wadi Darbats. Dort war es menschenleer, lediglich ein paar Rinder und Kamele verweilten an diesem idyllischen Ort. Ein Schlangeadler nebst Kaiser- und Schelladler kreisten über der Felswand. Ein paar Blutsaugeragamen zeigten sich kooperativ vor der Kamera. Im Anschluss suchten wir die weitere Doline Taiq Cave hinter Tawi Attir auf. Ein gewaltiges Loch klafft dort im Boden, auf dessen Grund weideten Kühe. Wie die wohl dort hingekommen sind? Und ob sie da jemals wieder heraus kommen? Zum Abschluss des Tages versuchten wir nochmal, die Jemengirlitze auf den Chip zu bekommen. Der Habichtsadler begrüßte uns wie gewohnt und drehte eine Runde. Nach geduldigem Ausharren und eigentlich schon, nachdem ich aufgegeben hatte, lieferten einige Girlitze die lange gewünschte Show vor meiner Kamera ab. Ein Paar Bergammern leistete mir dabei unterhalb der Nacheinstellgrenze vertraut Gesellschaft. Zufrieden fuhren wir zurück zum letzten Abend im Hotel und begannen, unsere Koffer zu packen.

Tag 15

Neuer Tag, neues Glück, heute zu Beginn wieder an der Pumpstation. Ziel war es, durch einen Auto-Ansitz, die  hübschen Arabischen Goldflügel-Gimpel beim Trinken zu fotografieren. Auf dem Weg dort hin kreiste ein Schreiadler über der Straße. Es kamen nur maximal zwei Gimpel zur Pumpstation und die nacheinander, verhielten sich aber extrem vorsichtig und scheu. Also fotografierte ich zum Abschluss noch die Seidenspinne gegen die Sonne, weil man von der anderen Seite nicht an sie ran kam. Eine weitere Spinne hatte sich inzwischen mit eigenem Netz hinzugesellt.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Koffer fertig und checkten aus. Der Weg führte uns nach Taqa, wo wir Sokotrasegler entdeckten. Am Kwar Rawri jagten zwei Fischadler und ein Schelladler kreiste. Eil-, Rüppel- und eine Brandseeschwalbe jagten in unmittelbarer Nähe bei hartem Mittagslicht. Wir fuhren zum Ayn Tobruk, um im Schatten noch etwas zu beobachten. Dort trafen wir zwei deutsche Vogelgucker. Eine Eidechse lies sich noch fotografieren, aber eigentlich hatte ich es auf die kleinen Geckos dort abgesehen. So richtig wollte es kamelbedingt nicht klappen, so dass wir den Bereich stromabwärts durchsuchten. Wir beschlossen, zur Pumpstation zu fahren, aber zwei Omani kamen mit Teegläsern auf uns zu. Also tranken wir in netter Gesellschaft bei einem Plausch zwei Gläser mit und verabschiedeten uns dann in die karge Steppe, wo im letzten Licht eine hektische Tamariskengrasmücke noch die Tourliste erweiterte. Im Ayn Razat checkte wir nochmal im Dunkeln, ob dort ein Fleckenuhu war. Wir fanden diesmal zwei Grodon’s Wildcats. Den Abschluss wollten wir im Ayn Sahalnoot beim Uhu verbringen. Dort trafen wir wieder die beiden Birder vom Nachmittag. Zwei Wüstenuhus saßen auf einem abgestorbenen Baum und ließen sich nochmal ausgiebig beobachten. Auf dem Weg zum Flughafen kreuzte noch ein Arabischer Rotfuchs unsere Route.

Die Autorückgabe passierte nach 3037 gefahrenen Kilometern problemlos und so checkten wir ein nach Muscat, wo wir unseren Anschluss nach Frankfurt bekamen. Um 7:05 Uhr landeten wir bei 8 Grad, Sturm und Regen wieder in Deutschland.

Reisedaten:

Flug Frankfurt – Muscat – Salalah und zurück mit Oman Air.

Hotel: Juweira Boutique Hotel Salalah. Sehr freundliches, aufmerksamen und motiviertes Personal. Überschaubare Hotelgröße mit überwiegend gediegenen Gästen vorwiegend aus Deutschland und Italien. Die Zimmer sind groß und die Aussicht auf die Marina vom Balkon aus sehr schön. Insgesamt sehr empfehlenswert, wenn auch weit außerhalb von Salalah gelegen, dafür aber nah an Ayn Hamran, Ayn Tobruk, Ayn Athoom sowie zahlreichen Kwars und Taqa.

Mietwagen über Europcar mit kompletter Versicherung und problemloser Über- und Rückgabe.